Auf dem Weg zur Gotzenalm
Tagesetappe 2
Zum Frühstück gibt es am Morgen gutes Roggenbrot mit Butter und Salz sowie Porige mit kaltem Wasser, klingt schlimmer als es ist. Für mich ist es DAS Wanderfrühstück geworden.
Wir folgen dem Tipp des alten Mannes und machen uns auf den Weg zur Gotzenalm auf dem Gotzentauer der in etwa 1858 Metern Höhe liegt. Einer der schönsten Orte an dem ich bisher sein sollte, stellt sich später heraus.
Ich verliebe mich ziemlich schnell in die gesamte Umgebung. Auch der Herbst verzaubert die Landschaft in eine ganz andere Stimmung. Auf den Wegen auf den wir unterwegs sind treffen wir kaum einen Menschen. Es ist wie ausgestorben und so wahnsinnig still dort. Die Landschaft und Umgebung verändert sich von Stunde zu Stunde, es ist als würden wir stündlich hunderte Kilometer zurück legen.

Unser Weg führt uns über den Hirschenlauf. Im Herbst gar nicht so ungefährlich denn an diese Seite des Berges war womöglich seit Wochen kein Licht mehr gekommen. Das Holz rottet und die Steine des “Weges“ sind rutschig. Abenteuerlich… .Von manchen provisorisch, zusammengeflickten Brücken aus Holz, die dich über tiefe Abgründe bringen sollen, war oft nicht viel mehr als ein verrotteter Stamm übrig.
Leben ohne Schnick Schnack
Wir schlängeln uns ewig lange Serpentinen hoch die so steil sind wie ich noch nie auf einer Straße gelaufen war, fast schon gruselig, als würde man jede Sekunde nach hinten kippe können. Die Sonne ist bereits hinter dem Berg verschwunden bis diese und plötzlich ins Gesicht scheint, als wir gerade so über die Spitze schauen können. Wir verbringen die Nacht auf der Gotzenalm in einem Zimmer mit 3 anderen Wanderinnen. Dort oben gibt es weder Steckdosen mit Strom noch warmes Wasser, geheizt wird mit einem Ofen, die Zimmer sind kalt. Erstmal ganz schön komisch, wenn man nur den Luxus von zuhause gewohnt ist. Ziemlich schnell aber beginne ich diese Einfachheit richtig gut zu finden.
Die beste Entscheidung…
Ohne Rucksack machen wir uns noch auf einen kleinen Abendspaziergang zum Sonnenuntergang. Die beste Entscheidung die wir auf dieser Reise treffen konnten, stellte sich fest und wahrscheinlich der schönste Ausblick sowie Sonnenuntergang den ich je gesehen hatte, beenden unseren Tag.



Tagesetappe 3
Der nächste Tag überrascht uns erneut mit einer ganz anderen Landschaft. Die Region von Berchtesgaden ist einer der 16 Nationalparks in Deutschland in der der Wald noch der Wald sein darf. Hier wir die Natur der Natur überlassen.

Viele sehen das als Problem, denn der Borkenkäfer zerstört hier ganze Wälder. Berchtesgaden sieht das anders, denn die umgefallenen Bäume schaffen Lebensraum für viele Tiere. Den Eindruck gab uns die Landschaft auch.
Die Sonne scheint heute bereits seit Stunden, ein traumhafter Tag. Wandern nur im Pulli auf 1700 Metern höhe.



Fesselnde Landschaft
Wir steigen weitere 400hm ab, als wir auf eine Lichtung gelangen auf welcher der Landtalbach seinen Ursprung hat. Hier stand vor Jahren mal eine Alm. Diese war aber mittlerweile nur noch durch ein paar verrottete Holzstämme zu erkennen. Traumhaft wie das Wasser des Baches neben uns plätschert während die Sonne uns warm ins Gesicht scheint. Kein Wind, keine Menschen, nur Stille. Wir machen eine Pause, doch nach einer Stunde bleiben wir dort einfach sitzen. Weit waren wir heute noch nicht wirklich gekommen aber die Landschaft fesselt uns nahe zu an sich. Also kochen wir uns etwas zu Abend und schauen uns nach einem geeigneten Schlafplatz um.
Wildcampen?!
Wildcampen ist hier ausdrücklich verboten. Das ist vor allem so, weil Menschen gerne ihren Müll liegen lassen oder sich in die Wildpfade der Tiere legen. Wenn man sich aber respektvoll verhält und diese Punkte berücksichtigt, ist es aus meiner Sicht, auch mal in Ordnung das zu tun, solange man niemanden stört. Wir schlafen zwar etwas schief, aber man kann eben nicht alles haben.

